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Die Bucer-Bibliographie

"Erstmals wird für uns die erstaunliche Breite seines Wirkens sichtbar" - Ein umfassendes Standardwerk für Wissenschaftler wie für Antiquare
Mit der neuen Bibliographie liegt erstmals eine umfassende Zusammenstellung der Primär- und Sekundärliteratur Bucers vor. Sie wird ein unentbehrliches Mittel für die künftige reformationsgeschichtliche Forschung sein.

Seine Laufbahn als protestantischer Prediger begann Martin Bucer 1522 im nordelsässischen Weißenburg. Doch schon wenige Monate später mußte er von dort flüchten, da das vor den Toren stehende kurpfälzisch-katholische Heer mit der Zerstörung der Stadt drohte.



Kein anderer Reformator setzte sich für die Überwindung der Trennung innerhalb des evangelischen Lagers und sogar der Trennung zwischen der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche gleichermaßen ein wie der Straßburger Reformator Martin Bucer (1491 - 1551). Er gilt als der große Vermittler, als ein Vordenker, dessen theologisches Vermächtnis in den letzten Jahren immer deutlicher ins öffentliche Bewußtsein dringt. Seit 1958 werden die Schriften Martin Bucers unter der Betreuung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Landesakademie Baden-Württembergs, herausgegeben, seit 1994 besteht eine Forschungsstelle in Heidelberg. Nach rund vierjähriger Vorarbeit präsentiert nun die Akademie die erste umfassende Gesamtbibliographie zu Martin Bucer. "Erstmals wird für uns die gesamte Breite seines Wirkens sichtbar", so der Germanist und Historiker Holger Pils. Gemeinsam mit Petra Schaffrodt und Stephan Ruderer erarbeitete er das 750 Seiten starke Standardwerk. "Sowohl was Bucers Produktivität als Autor angeht, als auch was die weltweite Wahrnehmung seines Werkes betrifft, besitzen wir nun einen fundierten Überblick. Seine Ausstrahlung auf die Theologie und Politik seiner und auch späterer Epochen war weitreichend", so Pils.

In der ersten Abteilung erfaßt die im Gütersloher Verlagshaus erscheinende Bibliographie in 442 Einträgen sämtliche gedruckte Werke in chronologischer Folge - von der ersten Flugschrift aus dem Jahre 1523 bis zum jüngsten Band der kritischen Edition des Jahres 2004. Umfangreiche Querverweise machen die jeweilige Druck- und Editionsgeschichte der einzelnen Texte eindeutig nachvollziehbar. Für alle zu Lebzeiten gedruckten Werke sowie später selbständig erschienenen Schriften in alten Drucken werden exakte Beschreibungen, bibliographische Hinweise und Exemplarnachweise in 430 Bibliotheken weltweit gegeben. Darüber hinaus werden Werke, die sich nicht sicher Bucer zuschreiben lassen (die sogenannten Dubiosa), sowie außerdem fast 1000 Abdrucke von Briefen Bucers in rund 200 Publikationen einzeln verzeichnet. "Deshalb ist die neue Bibliographie nicht nur ein Standardwerk für Wissenschaftler wie Theologen, Historiker, Philologen und Bibliothekare, sondern auch ein zuverlässiges Hilfsmittel für Antiquare", sagt Pils.

Die Bibliographie informiert nicht nur über all das, was Bucer geschrieben hat, sondern auch über das, was über ihn geschrieben wurde. Der Sekundärliteraturteil - erstellt von Petra Schaffrodt - umfaßt mehr als 2600 Einträge. Er beginnt mit Schriften, die noch zu Bucers Lebzeiten erschienen sind, und endet im Jahr 2002. Auch bietet er eine gute Orientierung über die schnell anwachsende Fülle internationaler Forschungsliteratur, bereits ihr Umfang zeigt die Aktualität der theologischen Fragestellungen Bucers und das wiedererstarkende Interesse an seiner Person. "Für den Forschenden wird es mit dieser natürlich positiven Entwicklung zugleich wichtiger, einen zuverlässigen Überblick über die Publikationen zu erhalten. Sicherlich ist es hilfreich, beide Teile in einem Band vereint zu haben, sie ergänzen und kommentieren sich gegenseitig. Und wie für die Primärliteratur gilt hier die Hoffnung, daß die Zusammenstellung auch entlegener Publikationen künftige Forschungsarbeit erleichtert und weiter befördert. Die Bibliographie sollte das Buch sein, in dem der Forscher sämtliche nützliche Information zu - fast - allen Büchern von über Bucer findet", erklärt Pils.

 





"Martin Bucer - Bibliographie"
Erstellt von Holger Pils, Stephan Ruderer und Petra Schaffrodt unter Mitarbeit von Zita Faragó-Günter. Mit Unterstützung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften herausgegeben von Gottfried Seebaß. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2005. 752 Seiten; ISBN 3-579-04893-7. 168 Euro.





Ergänzungen zur Bucer-Bibliographie

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014





Aufruf der Bucer-Forschungsstelle

Das Bessere ist der Feind des Guten – so erstrebenswert es ist. Das Perfekte zu erstreben, ist notwendig, darf sich aber nicht lähmend auswirken. Das gilt wie sonst auch im Raum der Wissenschaft und insbesondere für Editionen und Bibliographien. Trotz aller aufzuwendenden Sorgfalt gibt es auf beiden Feldern immer wieder Funde, die sich einer noch so sorgfältigen und systematisierte Recherche entziehen und daher Zufallsfunde bleiben.

Weil wir uns dessen – und des daher stets fragmentarischen Charakters unserer Arbeiten bewußt sind, möchten wir ale diejenigen, die auf dem Feld der Reformationsgeschichte arbeiten, bitten, wann immer sie auf Schriften oder Briefe von und an Martin Bucer – in autographischer Fassung oder als Abschriften – stoßen, ihren Fund an die Bucer-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften zu melden. Daß bei einer weiteren Verwendung oder gar Edition solcher Stücke auf den Finder hingewiesen wird, versteht sich von selbst.

Gleiches gilt für die Bucer-Bibliographie und zwar für die Werke Bucers wie die Literatur über ihn in gleicher Weise. Wir wissen, daß auch die 2005 in Gütersloh erschienene Martin Bucer-Bibliographie von Holger Pils (et al.) nicht vollständig ist und sein kann. Andrerseits ist die internationale Literatur zur Reformationsgeschichte so umfangreich und unübersichtlich geworden, daß wir schon deswegen auf Unterstützung angewiesen sind, wenn wir die Bibliographie verbessern und auf dem Laufenden halten wollen. Auch in diesem Bereich ist uns jede Hilfe willkommen.

 

Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Bucer-Forschungsstelle
Karlstraße 5
D – 69117 Heidelberg
Telefon: 0049 6221 54 43 91
Fax: 0049 6221 54 43 95
Email: bucer@adw.uni-heidelberg.de





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zum Seitenanfang Last modified: 01 June 2012